Unter Bären und Wölfen…kleiner Urlaubsbericht

Auf den Pfaden der Bären und Wölfe Frankreichs…

Ende September war es endlich wieder soweit. Meine Freundin Yvi, mein Hund Napoleon, ich und Adolf (unser Wohnmobil!) starteten zu unserer regelmäßigen Südfrankreichreise. Wir lieben Frankreich, insbesondere der Süden hat es uns angetan. Dieses Land bietet alles was wir uns für einen perfekten Urlaub wünschen. Allein der Süden des Landes ist unglaublich abwechslungsreich und vielseitig. Die beeindruckenden Alpen, wunderschöne Mittelgebirge, weitläufige Flachlandgegenden, besonders die einzigartige Camarque und viel viel Küste an Atlantik und Mittelmeer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auch die Tierwelt im Süden Frankreichs ist sehr beeindruckend!

Wer wußte zum Beispiel, dass gerade einmal sechs Stunden Fahrtzeit von Stuttgart entfernt, mitten in der Provence, Skorpione leben?? Man wird sicherlich seltenst einen zu Gesicht bekommen, aber es gibt sie tatsächlich! Es gibt bis zu 40 cm grosse bunte! Echsenarten, Geier, die größte Flamingokolonie Europas bis hin zu den „Big Three“;Bär, Luchs und Wolf auf die ich jetzt etwas näher eingehén möchte…Neben unserem herkömmlichen 0815 Urlaub war es dieses Jahr auch ein Ziel uns näher mit den Braunbären und Wölfen Frankreichs zu beschäftigen, wenn man das so sagen kann. Unsere Fahrt führte uns zunächst ins traditionelle Bären-Wolfsgebiet der französisch-spanischen Pyrenäen. Die Berge der Pyrenäen sind natürlich nicht so hoch wie die der Alpen, dafür nicht minder spektakulär. Am Fuße der Berge, die im östlichsten Teil bis nahe ans Mittelmeer und an die Stadt Perpignan grenzen, beginnt unsere Fahrt Richtung Westen. Unser 75 PS Camper „Adolf“ müht sich hörbar die teils sehr engen, kurvigen Bergstraßen hinauf, was sich mit lautem Dieseldröhnen bemerkbar macht. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von vielleicht gerade einaml 30km/h kommt man nicht gerade flott voran. Für eine 50 km Stecke benötigen wir gut und gerne 2 Std!!Unser Ziel ist die Kleinstadt Arbas.

Ganz in der Nähe wurde vor ca.4 Monaten ein Braunbär, 88kg, Namens Balou ausgewildert. Er ist einer von mehreren ursprünglich aus Slowenien stammenden Braunbären, die in letzter Zeit in den französischen Pyrenäen „ausgesetzt“ wurden. Zuvor hatten radikale Gegner der Bären mit Gewalt gedroht, um die Auswilderung zu verhindern. Ökologisch eingestellte Schafzüchter und der Tourismusverband befürworten die Auktion. Nach unterschiedlichen Quellen zu Folge sollen etwa nur noch ca. 12-20 Tiere im französischen Teil leben. Mit der Auswilderung der Bären soll diese Population gesichert werden, bzw.ausgebaut werden. Mit Bären scheint man bisher in den Pyrenäen weitaus weniger Probleme zu haben als das mit Wölfen der Fall zu sein scheint. Besonders im spanischen Teil richten die Wölfe einen nicht geringen Schaden an! Die Wölfe der Region scheinen im Vergleich zu den osteuropäischen einen höheren Anteil an Haustieren zu reißen. Wölfe ernähren sich zum großen Teil von Schafskadavern, etwa 10% der Tiere sterben jährlich eines natürlichen Todes. Da aber immer weniger Schafzucht betrieben wird, verenden zwangsläufig weniger Schafe! Somit kommt es regelmäßig zu Begegnungen zwischen Wolf und Haustier. Vor allem in der westlichen Verlängerung der Pyrenäen in Nordwestspanien sollen noch vergleichbar viele Wölfe leben. Man schätz die Zahl der spanischen Wölfe auf ca! 2000.
Es läßt sich nicht leugnen, das durch Wölfe und Bären finanzielle Einbußen entstehen können und ich persönlich den Unmut der betroffenen Menschen durchaus verstehen kann! Da es aber in den Pyrenäen schon immer Wölfe (und Bären) gegeben hat, haben diese Tiere ein natürliches Recht auf Leben in der Region! Wie immer geht es um das Miteinander von Mensch und Tier!
Wenn der Mensch nicht „mitzieht“, haben weder Wolf noch Bär eine reelle Chance. Öffentlichskeitsarbeit, Schadensregulierungen des Staates und diverse Schutzmaßnahmen sollen die Wolfs- und Bärenpopulationen der Pyrenäen
sichern. So werden die traditionellen Hüteschutzhunde inzwischen wieder verstärkt in Frankreich eingesetzt. Diese großen, selbständig arbeiteten und vorallem furchtlosen Schutzhunde sind nicht nur in Spanien eine unverzichtbare, sehr effektive Hilfe gegen Wolfs und Bärenattaken. In Arbas angekommen beschließen wir etwas essen zu gehen. Die Stadt scheint nicht sehr groß und wirkt wie eine gewöhnliche, südfranzösiche Kleinstadt.
Allerdings wurde, wie bereits erwähnt, nicht weit von hier einer der slowenischen Bären ausgesetzt!
In einer Bar essen wir einen kleinen Snack und trinken Kaffee.
Ich hatte gehofft vielleicht mit dem ein oder anderen Einwohner ins Gespräch zu kommen, doch diese Gelegenheit ergab sich leider nicht. Ohnehin war das Lokal nur von ein paar Jugendlichen und einem älteren Mann besucht, der nicht gerade danach aussah, sich von einem Deutschen über irgendwelche Bären zuquatschen zu lassen. Etwas enttäuscht fuhren wir tiefer in das Pyrenäengebirge, südwestlicher Richtung ins spanische Grenzland. Leider wurde es langsam dunkel und wir beschlossen, verbotener Weise (wildes Campen ist sowohl in Frankreich als auch Spanien richtigerweise verboten), am Wegesrand unser „Quartier“ zu beziehen, ohne am nächsten Tag irgendwelche Überreste, Müll zu hinterlassen, wie das vielen Wohnmobilisten nachgesagt wird.
Als ich mit meinem Hund Napoleon, der sich endlich auf einen ausführlichen Spaziergang freute, durch die Landschaft lief und eine fantastische Aussicht genoß, spürte ich, dass hier einfach Bären und Wölfe hineingehören. Eine größenteils völlig menschenleere Gegend mit hohen Bergen, vielen unzugänglichen Tälern und teils dichtem Mischwald sind geradezu ideale Grundvorraussetzungen! Mit dem schönen Gefühl, dass vielleicht nur wenige Kilometer von uns entfernt echte „wilde“ Bären oder Wölfe leben, schliefen wir dann ein und freute uns auf den nächsten Tag…Früh am nächsten Morgen und nach meiner speziellen VFB(Stuttgart) Kaffee-Mischung ging es weiter. Unser Ziel war das Tal d‚Ossau in den westlichen Pyrenäen, nur wenige Kilometer weit entfernt von der spanischen Grenze. In diesem Tal sollen unter anderem die letzten Bären Frankreichs leben!
Die Kulisse war grandios und außerhalb der kleinen Dörfchen sah man wirklich keine „Sau“! Nachmittags pausierten wir auf einem kleinen Parkplatz und sahen in 60 Minuten ein einziges Auto vorbeifahren!
Ich war begeistert von dieser Ruhe! In dem Dorf Garonne erhielt ich dann endlich eine kleine aber für mich wichtige Information. 2-3 km entfernt soll es zwei Bergbauern, bzw. einen Schäfer geben.

Zu Fuß und mit Rucksack bewaffnet ließen wir unseren Bulli im Dorf zurück und machte uns auf den Weg, in der Hoffnung einen der Bauern zu treffen und vielleicht „etwas“ aus erster Hand zu erfahren…Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch sahen wir endlich die ersten Schafe!
Doch gab es auch einen dazugehörigen Schäfer?? Weiter oben auf ca. 1600m Höhe standen zwei „bäuerlich wirkende“ Anwesen die wir ansteuerten.
Leider schien niemand zu Hause zu sein, eine Klingel oder ähnliches gab es wohl auch nicht, also beschlossen wir uns auf eine Wiese vor dem Hof zu setzen und den Schafen bei Fressen zuzusehen, was in Napoleon Begeisterung hervorrief! Da sich weit und breit niemand blicken ließ, stiefelten wir wieder an der anderen Seite den Berg hinunter…Endlich sahen wir 2 Personen die sich auf uns zubewegten.
Wie sich herausstellte handelte es sich um einen der Bauern denen das obige Anwesen und die Schafe gehörten!
Nach einer freundlichen Begrüßung und der Erklärung das wir deutsche Touristen seien und bestimmt keine Schafe stehlen wollen, kam ich mit den Männer ins Gespräch. Ich versuchte ihnen zu erklären, das ich eine kleine „private“ Internet Plattform über „Bären in Deutschland“ betreibe und mich sehr für die Gegend und allgemein für Frankreich interessiere, was die Männer irgendwie nicht so ganz verstanden, hatte ich das Gefühl.
Ich fragte die Männer, ob sie denn schon einmal Kontakt mit Bären oder Wölfen gehabt hätten? Sie verneinten die Frage lachend und erklärten zum Glück noch nie! einen Bären oder Wolf gesehen zu haben.
Aber er kenne Leute die schon mal einen Bären gesehen hätten, letztes Jahr auf der anderen Seite des Tals!
Sonst hätte er keinen Bezug zu den Tieren, erzählt er uns.
Er wisse natürlich, dass es hier auch Wölfe geben soll, aber die würden sich wohl selten hierher verirren und seien ohnehin sehr sehr scheu, erklärte er.
Ich fragte die Männer, wie sie denn zur Auswilderung der slowenischen Bären stehen und ob Sie das überhaupt mitbekommen hätten? „Ja, natürlich!“ Das kam ja sogar öfters im Fernsehen und er wisse, das die Bären alle prominente Paten hätte. Er habe nichts gegen Bären und Wölfe, er hätte ja bisher keine schlechten Erfahrungen mit den Tieren gehabt und er hofft, dass diese sich hier einfach nicht sehen lassen werden. Angst vor den Tieren hätte er auch nicht, die haben mehr Angst vor uns und gehen uns doch aus dem Weg, versichert er mir.
Speziell ausgebildete Herdenschutzhunde hätte er nicht, aber seine Hunde würden schon anschlagen, sollte sich mal ein Bär oder Wolf hierher verirren.Das wars dann auch schon mit den „spannenden“ Geschichten. Leider!
Ehrlich gesagt hatten wir uns schon etwas mehr versprochen von dem Gespräch.
Aber wie das nun Mal so ist, meist werden die eigenen Erwartungen nie so Recht erfüllt….Was solls!Wir verabschiedeten uns von den Männern und begaben uns zu „Adolf“ zurück.
Die Nacht verbrachten wir auf Nachfrage auf einer Pferdekoppel am Dorfrand. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter, raus aus den Pyrenäen, über Toulouse ins Departement Ardeche. Hier verbringen wir regelmäßig ein paar Tage auf einem wunderschönen, naturbelassenen Campingplatz, der Freunden gehört.Und wie es wohl jedem so ergeht, war der Urlaub mal wieder viel zu schnell vorbei.
Bis zum nächsten Mal… Vivre la France!!

Euer Steffen

2 Reaktionen zu “Unter Bären und Wölfen…kleiner Urlaubsbericht”

  1. kleopas

    ich verstehe ihre begeisterung fuer Frankreich ,es ist ein aneres land mit einem andern kultur,aber glauben sie nicht dass sie sich einbischen ubertreiben ? Haben sie sich mal gefragt warum sie deutsche FRANKREICH und die franzosen so viel bewundern?
    Doch die warheit muss gesagt werden, aber masshalten, den sonst die franzosen werden uns die hosen nahmen.
    Ubringens baeren geben auch in Deutschland uns anderswo in EUROPA.
    kleopas

  2. steffen

    @ Kleopas

    Danke für Ihren Kommentar.
    Leider verstehe ich Ihre “Wahrheit” und den Kommentar aber nicht..
    Was wollten Sie denn nun zum Ausdruck bringen??

    Steffen

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.